Home arrow Leuchtpult arrow Fotografie arrow Tips&Tricks arrow Das richtige Objektiv
Wednesday, 20. November 2019
Das richtige Objektiv PDF Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 0
SchlechtSehr gut 

Objektive gibt es wie Sand am Meer, in allen Formaten und Größen und allen Preisklassen. Leider sind auch die qualitativen Unterschiede recht gewaltig. Welches ist denn nun aber das "richtige" Objektiv?

 

Zunächst sollte man einmal wissen, dass die Qualität eines Bildes in erster Linie vom Objektiv und erst in zweiter Linie von der Kamera als solche abhängt. Die teuerste Kamera ist reine Geldverschwendung, wenn die verwendeten Objektive schlecht sind. Objektive gibt es, grob kategorisiert, in 3 verschiedenen Klassen: die Billigteile für Leute die keine Ahnung oder kein Geld haben, die etwas teureren für Hobbyfotografen und die pervers teuren für Profis. Leider kann man die Qualität nicht immer am Preis bestimmen. Es gibt jedoch einige Merkmale, die hier die Spreu vom Weizen trennen.

  • Wenn man bei einem Objektiv der bewegliche Teil “wackelt”, also horizontal oder vertikal ein Spiel hat, dann ist das Objektiv schon mal Schrott. Wenn man nicht einmal die optische Achse stabil halten kann, dann sollte man von den Bildern nicht allzu viel erwarten. Dieses Problem tritt gehäuft bei sehr billigen Plastikobjektiven auf.
  • Wenn am Objektiv keinerlei Skala angebracht ist, an der man die gerade eingestellte Entfernung ablesen kann, sollte man die Finger davon lassen. Gute Objektive haben neben dieser Skala noch Markierungen für die Verwendung von Infrarot Filmen und eventuell Markierungen für den Tiefenschärfebereich.
  • Wenn ein (Autofokus-)Objektiv für die Verstellung von Nah bis Unendlich länger als 1 Sekunde braucht, ist es bestenfalls noch für Landschafts- oder Architekturfotos zu gebrauchen.
  • Die etwas besseren Objektive besitzen asphärisch geschliffenen Linsen oder so genannte "Low Dispersion" Linsen die aus speziellem Glas gefertigt sind, um die unterschiedlichen Brechungswinkel des farbigen Lichtes zu kompensieren.
  • Bei guten Objektiven sollte das Filtergewinde sich beim Fokussieren nicht mitdrehen. Die Verwendung von Farbverlaufs- oder Polarisationsfiltern ist sonst fast unmöglich.
  • Entscheidend für die Verwendung eines Objektives ist die Lichtstärke. Aufgrund technischer Gegebenheiten haben Festbrennweiten meist deutlich bessere Werte als Zoomobjektive. Aber auch ein normales Zoomobjektiv (also alles zwischen 28 und 300mm Brennweite) sollte im Bereich von 1:3.5 - 1:4.5 liegen. Objektive von 1:5.6 oder höher sind für ihren eigentlichen Verwendungszweck meist unbrauchbar.

Während man die mechanische Qualität eines Objektives noch relativ gut austesten kann, indem man das Teil mal in der Hand hält und etwas damit rumspielt, lassen sich Aussagen über die optische Qualität nur schwerlich treffen, ohne das Objektiv detailierten Tests zu unterziehen. Um trotzdem zu wissen wie gut ein Objektiv abschneidet kann man sich einige Datenbanken im Internet zu nutze machen. Eine solche findet man z.B. hier.

Was ist denn nun aber das richtige Objektiv für mich? Nun, diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Jeder muss zunächst mal seinen Geldbeutel befragen und dann das "beste" Objektiv das noch finanzierbar ist suchen. Generell lassen sich aber ein paar Kriterien benennen, die die Art des Objektives festlegen.

Zunächst wäre da mal der Verwendungszweck. Für z.B. Reisedokumentationen oder Urlaubsschnappschüsse im allgemeinen bietet sich ein Objektiv mit einem hohen Brennweitenbereich (z:b. 28-300mm) und mäßigen Lichtwerten (z.B. 1:3.5-5.6) an. Der Vorteil solcher Linsen ist es, dass man nicht ständig das Objektiv wechseln muss und die Menge des mitzuschleppenden Equipments erträglich bleibt. Leider reicht die optische Qualität meist nicht an Objektive mit kleinerem Brennweitenbereich heran.
Für Portrais sind Brennweiten um die 100mm und ein Lichtwert von 1:2.8 ideal. Damit lassen sich Personen perfekt vom Hintergrund ablösen.
Wer Action mag und auf dem Sportplatz oder der Rennstrecke gute Bilder machen will, braucht viel Brennweite und gute Lichtwerte. 300mm bei 1:4 sowie optisch hochwertige Linsen sind das Minimum, sonst kann man die Bilder eigentlich vergessen.
Im Wald und Flur bei der Jagd auf Tieren ist eine lange Brennweite von Nöten, denn die wenigsten Wildtiere lassen den Menschen dicht genug heran. Auch hier sind mindestens 300mm oder mehr gefordert.
Wer lieber Szenerien aus Stadt und Land ablichtet, braucht auf jeden Fall ein gutes Weitwinkelobjektiv. 24mm sollten es schon sein und dazu sollte man daruaf achten, dass die Linse nicht zu stark verzeichnet (also senkrechte oder waagerechte Linien "durchbiegt". Zusätzlich ist ein miltteres Zoom (28-135mm) sehr zu empfehlen.
Kleine Dinge ganz groß rausbringen funktioniert nur mit "echten" Makroobjektiven oder einer Menge Bastelei. Mit "Makro" sind hier ausdrücklich nicht die normalen Objektive mit Makrofunktion gemeint. Diese reichen meist nur bis zu einem Verhältnis von 1:3 oder 1:4 und das ist hier deutlich zu wenig. Echte Makroobjektive fangen bei 1:2 an. Wer eine Fliege Formatfüllend ablichten will braucht bei mehr als 1:1 eigentlich nicht anfangen. Da man sich solche Linsen meist gar nicht leisten kann, sollte man hier zu einer guten Festbrennweite (z.B. 50mm) und einem Satz Zwischenringe greifen.

 
< Zurück   Weiter >


Visit me @ facebook
StayFriends - Die Freundesuchmaschine
Visit me @ StayFriends

 
Jawa 354 am 24.08.2012
Jawa 354 - 24.08.2012
 
home contact search contact search